Statement


Das Dazwischen – eine Methode


Das Dazwischen steht im Mittelpunkt meines Interesses: es entsteht als ein Drittes – bei der gleichzeitigen Wirkung zweier Gegenstände/Momente. Diesen Vorgang untersuche ich thematisch und formal durch Gegenüberstellung und Überlagerung von Bildern, Klängen oder Zeitebenen. Das Dazwischen prägt letztendlich auch meine Arbeitsweise, die durch einen Wechsel von verschiedenen Medien und Materialien bestimmt ist.
Entwicklung eines multimedialen Ansatzes (Medienspektrum)
Anfangs arbeitete ich vornehmlich mit Objekten und Stickbildern, wobei das Material selbst und der Umgang mit diesem eine wichtige Rolle spielten. Im Laufe der Zeit setzte ich mich auch zunehmend mit Fotografie und Video auseinander. Zum einen untersuchte ich Film als Material und arbeitete verstärkt mit Projektionen von Negativfilmen und von überlagerten Dias. Zum anderen eröffneten mir die Medien Fotografie und Video eine Möglichkeit, den künstlerischen Arbeitsprozess und das Prozesshafte verschiedener Handlungen besser zum Ausdruck zu bringen. Es entstanden einige performative Foto- und Videoarbeiten, in denen ich (Alltags-)Vorgänge und Handlungsabläufe untersuchte. (Diese kombinierte ich z.T. mit Stickbildern, um so neue Deutungsebenen zu eröffnen.) Die aktuellen Schwerpunkte liegen bei Stickbildern, Video und Installation. Die Fotografie bildet dabei meist meinen Ausgangspunkt: als Vorlage oder Bildskizze.


Stickerei, Video und Installation


Stickbild: Das Sticken ist eine langsame, zeitintensive Technik. Sie erzwingt die Reduktion auf Konturen und angedeutete Binnen-Strukturen/Schraffuren. Bei dieser Technik stehen zwei Aspekte im Vordergrund: Zum einen der Prozess – zeitlich gestreckt und Stück für Stück (Stich für Stich) konzentriert auf ein Bild- und Stoff-Fragment; zum anderen das Material – das Hantieren mit dem Stoff, das Durchdringen der Fläche und das Ergebnis eines beinahe objekthaften Reliefs.

Video: das Medium Video erlaubt zunächst die Dokumentation, Darstellung und somit Untersuchung von Bewegung in einem eigens definierten Zeitraum. Mit den technischen Möglichkeiten des digitalen Videos können darüber hinaus die zeitliche Abfolge, der Rhythmus und die Geschwindigkeit bearbeiten und damit Veränderungen gewohnter Wahrnehmungsmodi bewirkt werden. Ich nutze Wiederholung (Loop), Aneinanderreihung und Umkehrung (Schnitt) und Geschwindigkeitsverzerrung (Be- und Entschleunigung), um Projektionsflächen und Stimmungen zu erzeugen.

Installation: die Installation ist zunächst eine Disposition von Elementen in einem bestimmten physischen Raum. Diese Elemente wie Bild(er), Töne, Video, Stickbild(er), etc. stehen – nacheinander und/oder gleichzeitig gelesen – in einem speziellen Bezugssystem. Durch das Vorhandensein dieser gegenseitigen Referenzen ist es mir möglich, sowohl die gemeinsamen Momente als auch Gegensätze, ja Disharmonien zwischen den Medien, Techniken und Objekten zu untersuchen und darzustellen.